Am Turm der Hoffnung bauen
Gedenkgottesdienst erinnerte an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001

Mit einem bewegenden Gottesdienst gedachten Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr, des Rettungsdienstes, der Polizei und der Notfallbegleitung am 11. September der Terroranschläge auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon vor 10 Jahren. Zu dem Gottesdienst begrüßte Marco Beuermann auch Bürgermeister Theo Mettenborg in der mit rund 180 Menschen gefüllten Kreuzkirche Wiedenbrück. Der Pfarrer erinnerte nicht nur an die über 3.000 Opfer der Anschläge, sondern auch an die 343 Feuerwehrleute, 60 Polizisten und acht Sanitäter, die bei den Rettungsarbeiten ihr Leben ließen. Auf eine fünfminütige Video-Präsentation mit Bildern vom 11. September 2001 sowie Aussagen von Politikern wie US-Präsident George W. Bush und Bundeskanzler Gerhard Schröder folgte tiefes Schweigen der betroffenen Gottesdienstgemeinde. Der CVJM-Posaunenchor unter Leitung von Joachim Schröder ehrte die Toten mit Bläserklängen. „Die Terroranschläge haben unser Denken verändert“, so Beuermann in seiner Ansprache. Sie hätten den Grundstein gelegt „für einen Turm der Angst, des Hasses und der Vergeltung, an dem seither kräftig weitergebaut wird.“ So habe es weitere Attentate in London und Madrid gegeben, weitere seien etwa in Köln verhindert worden. „Wer gegen das Böse kämpft, wird leicht selbst böse“, warnte Beuermann mit Blick auf Folterungen in Guantanamo und Abu Ghuraib sowie die Tötung Osama bin Ladens. „Alle wissen, dass der Krieg gegen den Terror militärisch nicht zu gewinnen ist.“ Beuermann rief dazu auf, stattdessen an einem „Turm des Miteinanders, der Vergebung und der Hoffnung“ zu bauen. Etliche Gottesdienstbesucher folgten dem Appell und fügten Holzklötze zu einem symbolischen Turm der Hoffnung zusammen. An diesem Turm, versprach Beuermann, werde nun kontinuierlich weitergebaut. „Denn das Leben ist zu wertvoll, um in Ängsten zu verharren.“ Mit dem Lied „Geboren, um zu leben“, vorgetragen von der Gruppe M.A.U., endete die ebenso eindringliche wie tröstliche Gedenkstunde.

Gedachten der Opfer und Überlebenden: Pfarrer Marco Beuermann, Michael Schmedt (Rettungsdienst), Werner Müller (Polizei), Sieglinde Vennhaus (Notfallbegleitung), Stadtbrandinspektor Ulrich Strecker und Feuerwehrmann Manuel Bünte beim Fürbittengebet (von links). Text und Foto: Kerstin Jacobsen
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